3. November 2026

Nah dran an den Menschen und Partnern: Nadejda Burciu in Moldau

Seit September 2024 leitet Nadejda Burciu das Länderbüro des Liechtensteinischen Entwicklungsdienstes (LED) in Moldau. Sie koordiniert das Landesprogramm, begleitet die vom LED geförderten Projekte und ist Bindeglied zwischen dem LED-Hauptbüro in Liechtenstein, lokalen Partnerorganisationen und staatlichen Stellen. Die Arbeit des LED kennt sie bereits seit mehreren Jahren: Von 2020 bis 2022 war sie zunächst als Projektmanagerin und später als stellvertretende Leiterin des Länderbüros tätig. Anschliessend arbeitete sie zwei Jahre als Staatssekretärin im moldauischen Justizministerium.

«Unsere Projekte müssen auf die tatsächlichen Bedürfnisse reagieren»
Eine ihrer zentralen Aufgaben ist es, die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Moldau im Blick zu behalten und zu prüfen, ob geplante Projekte dort ansetzen, wo tatsächlich Bedarf besteht. «Bevor neue Projekte geprüft werden, schaue ich genau hin: Passt der geplante Ansatz zu den politischen Rahmenbedingungen und zu bestehenden Programmen? Und sind die Herausforderungen, die unsere Partner beschreiben, mit verlässlichen Daten belegt?»

Auch während der Umsetzung begleitet sie die Partner eng. Dabei geht es nicht nur um Ergebnisse, sondern ebenso um einen sorgfältigen Einsatz der finanziellen Mittel und um die langfristige Wirkung der Projekte.

Warum die Präsenz vor Ort wichtig ist
Für Nadejda Burciu ist die Nähe zu den Partnerorganisationen und Zielgruppen entscheidend. «Durch unsere Präsenz vor Ort können wir regelmässig mit unseren Partnern sprechen und bei Projektbesuchen direkt sehen, was die Projekte bewirken. So können wir besser beurteilen, ob Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit tatsächlich unseren Erwartungen entsprechen.» Gleichzeitig stärkt das Länderbüro die Rechenschaftspflicht der Projektpartner und sorgt dafür, dass Empfehlungen aus Evaluationen und Audits umgesetzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist für sie die Sichtbarkeit des liechtensteinischen Engagements. «Mir ist wichtig, dass sichtbar wird, welchen Beitrag Liechtenstein in Moldau leistet. Dieser Aspekt wurde in der Vergangenheit zu wenig berücksichtigt, deshalb habe ich ihn bewusst zu einer Priorität gemacht.»

Berufsbildung mit Perspektive
Der LED ist seit 2007 in Moldau tätig. Heute liegt der Schwerpunkt insbesondere auf Berufsbildung und Beschäftigungsfähigkeit. Ziel ist es, die Qualität und Relevanz der Ausbildung zu verbessern und jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Dass diese Arbeit Wirkung zeigt, belegen externe Evaluationen. In einem langjährigen Berufsbildungsprojekt stieg beispielsweise der Anteil der Absolvent:innen bestimmter Fachrichtungen, die nach ihrem Abschluss eine Beschäftigung fanden, von 45 Prozent in den Jahren 2022/23 auf 58 Prozent in den Jahren 2024/25.

Was Nadejda Burciu persönlich motiviert, sind die Veränderungen, die sie auf ganz unterschiedlichen Ebenen erlebt. «Mich motiviert es, wenn ich sehe, dass unsere Arbeit ganz konkret etwas verändert: wenn Jugendliche neue Technologien entdecken, Lehrpersonen neue Fähigkeiten erwerben oder Berufsschulen zeigen, wie sie sich dank der Projekte weiterentwickelt haben.»

Für sie liegt die Stärke der Entwicklungszusammenarbeit genau darin: bei einzelnen Menschen neue Möglichkeiten zu schaffen und gleichzeitig Strukturen so zu verändern, dass die Wirkung über ein einzelnes Projekt hinaus bestehen bleibt.