Nach viereinhalb Jahren in Kambodscha kehrt Pius Frick nach Liechtenstein zurück. Als Länderkoordinator des Liechtensteinischen Entwicklungsdienstes (LED) hat er dessen Präsenz in Kambodscha aufgebaut und die Zusammenarbeit mit Behörden, Berufsbildungsinstitutionen und Partnerorganisationen vor Ort massgeblich mitgestaltet. Heute verfügt der LED über ein etabliertes Länderbüro, ein gewachsenes Netzwerk und eine klare Ausrichtung seines Engagements im Bereich Berufsbildung.
Was vor vier Jahren mit dem Aufbau neuer Strukturen und Partnerschaften begann, ist heute fest verankert. Der jüngste Meilenstein dieser Entwicklung war die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding mit dem kambodschanischen Ministerium für Arbeit und Berufsbildung am 12. August 2026. Arbeitsminister Heng Sour und Pius Frick unterzeichneten die Vereinbarung in Phnom Penh. Das Memorandum stärkt die langfristige Zusammenarbeit im Bereich der technischen Berufsbildung und ergänzt die bereits bestehenden Berufsbildungsprojekte des LED in Kambodscha.
Ein Schwerpunkt des LED in Kambodscha: Berufsbildung für die Energiewende
Das vom LED finanzierte Projekt «Solar PV Skills for Cambodia» wird von WWF-Kambodscha mit weiteren Fachorganisationen umgesetzt. In den ersten zwei Jahren entwickeln Fachpersonen von Solaire Sans Frontières, Don Bosco und WWF einen praxisorientierten Lehrgang für Solartechnik. Lehrkräfte von drei Berufsschulen werden intensiv weitergebildet, damit sie den Lehrgang künftig eigenständig und erfolgreich vermitteln können. Dafür benötigen die Schulen auch die Ausrüstung. Langfristig soll ein Kompetenzzentrum für Solartechnik entstehen, das Lehrkräfte und Fachpersonen aus Berufsbildungsinstitutionen und Firmen weiterbilden kann. Damit soll das Know-how langfristig in den kambodschanischen Berufsbildungsinstitutionen verankert werden.
Das Projekt steht beispielhaft für den Ansatz des LED in Kambodscha: Berufsbildung soll jungen Menschen konkrete Beschäftigungsperspektiven eröffnen und dazu beitragen, Fachkräfte für die wirtschaftliche und nachhaltige Entwicklung des Landes auszubilden.
Beziehungen und Strukturen, die bleiben
Der Aufbau eines Länderbüros geht weit über einzelne Projekte hinaus. In den vergangenen vier Jahren hat der LED Beziehungen zu Ministerien, Ausbildungsinstitutionen, Unternehmen und Partnerorganisationen aufgebaut und seine Zusammenarbeit vor Ort kontinuierlich weiterentwickelt. «Die Jahre in Kambodscha waren sehr lehrreich. Wir haben viel aufgebaut und erreicht, aber vor allem habe ich erlebt, wie wichtig persönliche Beziehungen, Vertrauen und Geduld in der Entwicklungszusammenarbeit sind. Dass heute ein starkes lokales Netzwerk besteht und wir gemeinsam mit unseren Partnern die nächsten Schritte gehen können, macht den Abschied leichter. Ich gehe mit vielen Erinnerungen und grosser Dankbarkeit zurück nach Liechtenstein und mit der Gewissheit, dass die Arbeit hier weitergeht.», sagt Pius Frick
Dass die Arbeit weitergeführt wird, dafür sorgt die Nachfolgerin. Mit Leakhena Saroeurn hat der LED eine erfahrene kambodschanische Fachfrau als stellvertretende Länderkoordinatorin gewonnen. Sie bringt über zehn Jahre Erfahrung in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit mit und verfügt über fundierte Kenntnisse in Projektmanagement, Partnerschaftsentwicklung und der systemischen Einbettung von Projekten. Weitere Schwerpunkte ihrer bisherigen Arbeit sind Gleichstellung, inklusive Beschäftigung und Privatsektorförderung.
Die vergangenen Monate wurden für eine enge Zusammenarbeit und Übergabe genutzt. Gleichzeitig entstehen derzeit die neue LED-Strategie sowie das Länderprogramm Kambodscha 2027–2030. Damit geht das Engagement des LED in Kambodscha in die nächste Phase. Pius Frick hinterlässt nach viereinhalb Jahren nicht nur ein aufgebautes Länderbüro, sondern vor allem tragfähige Partnerschaften, ein starkes Netzwerk und Strukturen, auf denen der LED weiter aufbauen kann. Wir danken Pius herzlich für seinen Einsatz und seine Aufbauarbeit in Kambodscha und freuen uns, ihn wieder in Liechtenstein willkommen zu heissen.
