Der Liechtensteinische Entwicklungsdienst (LED) vertieft seine Zusammenarbeit mit dem kambodschanischen Ministerium für Arbeit und Berufsbildung. Am 12. August 2026 unterzeichneten Arbeitsminister Heng Sour und Pius Frick, LED-Koordinator für Kambodscha, in Phnom Penh ein Memorandum of Understanding. Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Stärkung der Berufsbildung im Bereich Solartechnik.
Ein erstes gemeinsames Vorhaben ist das vom LED finanzierte Projekt «Solar PV Skills for Cambodia», das von WWF-Kambodscha umgesetzt wird. In den kommenden zwei Jahren sollen Berufsschulen dabei unterstützt werden, qualifizierte Fachkräfte für den wachsenden Solarsektor auszubilden.
Wissen weitergeben und langfristig verankern
Ein wichtiger Ansatz des Projekts ist die Ausbildung von Lehrpersonen. Gemeinsam mit Fachpersonen von Solaire Sans Frontières, Don Bosco und WWF wird ein praxisorientierter Lehrgang für Solartechnik entwickelt. Anfang 2027 sollen rund 45 Lehrpersonen am National Technical Training Institute und bei Don Bosco Cambodia ausgebildet werden.
Sie erwerben nicht nur technisches Fachwissen, sondern werden darauf vorbereitet, künftig selbst weitere Fachkräfte auszubilden. Damit soll das Know-how langfristig in den kambodschanischen Berufsbildungsinstitutionen verankert werden.
«Wir bilden mit diesem Projekt nicht einfach Solartechnikerinnen und Solartechniker aus. Wir befähigen Lehrpersonen dazu, diese Ausbildung auch nach Projektende selbst weiterzuführen», erklärt Pius Frick, LED-Koordinator für Kambodscha. «Mit ihrem Wissen und einer hochwertigen technischen Ausstattung schaffen wir die Grundlage für einen langfristigen Kompetenzaufbau.»
Berufsbildung unterstützt die Energiewende
Kambodscha will die Nutzung von Solarenergie in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Gemäss dem nationalen Energieentwicklungsplan soll die installierte Solarleistung bis 2040 auf über 3’000 Megawatt steigen. Dafür braucht es neben Investitionen in Technologie auch entsprechend ausgebildete Fachkräfte. Hier setzt das Engagement des LED an: Eine praxisnahe Berufsbildung verbessert die Beschäftigungschancen junger Menschen und stellt gleichzeitig Fachkräfte für eine nachhaltigere Energieversorgung zur Verfügung.
Das Projekt reicht dabei über die Berufsbildungsinstitutionen hinaus. Gemeinsam mit der lokalen Organisation Live and Learn Cambodia werden auch indigene Landwirtschaftsgemeinschaften in Ratanakiri im Einsatz und Unterhalt solarbetriebener Wasserpumpen geschult. Diese können insbesondere bei zunehmenden Trockenperioden dazu beitragen, die Wasserversorgung für die Landwirtschaft zu sichern.
Mit der neuen Vereinbarung schaffen der LED und das kambodschanische Ministerium für Arbeit und Berufsbildung die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit. Sie verbindet Berufsbildung, Beschäftigung und erneuerbare Energien – und investiert damit vor allem in eines: Menschen, die den Wandel langfristig mittragen und gestalten können.
